Begriff und Abgrenzungen

Begriff

Eine Verleumdung liegt vor, wenn jemand wider besseres Wissen unwahre und ehrverletzende Behauptungen über eine andere Person in die Welt setzt.

Abgrenzungen

Übersicht

 Adressat der Ehrverletzung   Ehrverletzende Äusserung  Tatbestand

Verletzter selbst

Ehrverletzung in Form eines Werturteils

Beschimpfung (StGB 177)

Drittperson

Ehrverletzung in Form von wahren oder unbewusst unwahren Tatsachenbehauptungen

Üble Nachrede (StGB 173) 

Ehrverletzung in Form von bewusst unwahren Tatsachenbehauptungen

Verleumdung (StGB 174) 

Verstorbener oder verschollen Erklärter

Ehrverletzung in Form von wahren oder bewusst unwahren Tatsachenbehauptungen 

Üble Nachrede oder Verleumdung gegenüber einem Verstorbenen oder verschollen Erklärten (StGB 175)

Üble Nachrede

Der üblen Nachrede macht sich strafbar, wer eine Person bei einem Dritten eines unehrenhaften Verhaltens oder einer rufschädigender Tatsachen beschuldigt oder verdächtigt (Art. 173 StGB). Die rufschädigende Äusserung kann wahr oder unwahr sein. Bei der Verleumdung muss sie unwahr sein 

Beschimpfung

Den Tatbestand der Beschimpfung erfüllt, wer jemanden in anderer Weise als durch üble Nachrede oder Verleumdung in seiner Ehre angreift (Art. 177 StGB). 

Beispiel

Kundgabe der Verachtung durch: 

  • Schrift oder Bild (Karikatur einer bekannten Person als Tier)
  • Gebärde (demonstratives Zeigen des „Stinkefingers“)
  • Tätlichkeiten (Tritt ins Gesäss oder Beschmieren einer Person) 

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